Norge-Suisse - Die Sicht eines SAS-Beobachters auf Narvik

Am May 3, 2022 veröffentlicht

Für mehr als 300 SASler war es ein aussergewöhnliches Erlebnis, fünf Tage in Narvik, der Stadt im Norden von Norwegen, zu verbringen. Wir haben dabei etwas Gemeinsames unternommen, etwas Besonderes das sich von dem unterscheidet, was wir sonst in den Schweizer Alpen erleben. Die Teilnehmenden schienen sich alle sofort wohl zu fühlen und genossen es in vollen Zügen. Die vielen jungen SASler prägten jede Minute des Norge Suisse und unterstrichen einen zentralen Aspekt unseres Clubs: Junge Menschen, die gemeinsam etwas Besonderes erleben. Die finanzielle Unterstützung für die jungen SASler hat sich ausbezahlt. Bravo SAS!

Der Plan der Organisatoren war es, das Norge Suisse damit zu beginnen, dass die Personen direkt vom Flughafen auf den Berge befördert werden, um die Pisten im Abendlicht des Nordens und mit dem herrlichen Blick auf den Fjord bis zu den Lofoten kennenzulernen und anschliessend alle im Bergrestaurant zu einer grossen After-Ski-Party zusammenzubringen. Es gab einfaches Essen, genug zu trinken und gute Musik zum Tanzen. Jeder konnte alte und neue Freunde treffen und sich in die "Norge-Suisse-Stimmung" versetzen. Nach einer kurzen Begrüssungsrede mit nichts Geringerem als einem persönlichen Gruss von HRH Königin Sonja von Norwegen und der Vorstellung des Ehrengastes Rolf Ringdal gab das Saxofon von Håkon Erlandsen den Ton an und Hunderte von SASlern tanzten zwei Stunden lang wild mit Skischuhen! Einige Frauen wurden auf der Tanzfläche in der Luft herumgetragen, andere folgten dem Saxofonisten durch die Menge, und einige mussten sich ausruhen und zusehen. Es war ein Riesenspass und offensichtlich hatte die "Party" wie geplant begonnen.

Am nächsten Tag (Donnerstag) verteilten sich die Teilnehmenden auf verschiedene Aktivitäten, «skiing, fishing, boating, even randonnèe» aus Pål Troyes "SAS Song" fasst das gut zusammen. Eine Gruppe lernte sogar die dramatische Kriegsgeschichte Narviks im Museum kennen. “Fish and ski in Narvik” fragte der "SAS-Song": Die Antwort lautete "absolut", denn Jean-Philippe Rochat fing beim Angelausflug auf Anhieb einen 4 kg schweren Heilbutt und Guri Gledich einen 8 kg schweren Dorsch. Die Skitouren verliefen gut, allerdings kehrte eine Ribsafari-Gruppe wegen eines Motorschadens erst sehr spät von ihrem Ausflug zurück. Tatsächlich kamen sie mitten im Galadinner zurück und wurden mit einer Trompetenfanfare wie eine Truppe triumphierender Soldaten nach einem Angriff empfangen. Sie kamen gerade noch rechtzeitig zum Hauptgang, um dann zu hören, wie unser Zentralpräsident eine Dankesrede in mehr oder weniger norwegischer Sprache hielt - sehr beeindruckend, wie sich Christoph Nater die Mühe machte und wie gut und schön er die Aussprache beherrschte. Das Organisationskomitee mit Thomas Langaard (chef), Jørgen Hals, Christian Erichsen, Alexander Arnesen, Harald Tandberg und Pål Troye und die Helferinnen Lise Langaard und Rachel Troye bekamen herzliche Dankesworte und Geschenke von Christoph Nater, der froh zu sein schien, dass all dies endlich stattfinden konnte.

Dann überraschte der SAS Norge Präsident alle, indem er KEINE lange Rede hielt, sondern sich stattdessen an das Klavier auf der Bühne setzte und zwei speziell angefertigte "SAS-Lieder" sang. Jeder im begeisterten Publikum bekam dann einen "Sydvest", einen typischen gelben Fischerhut in die Hand gedrückt und wurde aufgefordert das "Hopplom"-Lied gemeinsam zu singen - zweimal! Dies wird nicht das letzte Mal gewesen sein...
Nachdem im Ballsaal heftig zu Discoklängen getanzt wurde, ging das "dancing on-and-on" (wie im Lied) für einige bis in die frühen Morgenstunden. Zwischendurch konnten noch die Nordlichter bestaunt werden, ein wirklich Tagesabschluss!

Am nächsten Tag wechselten die meisten Teilnehmer die Aktivitäten, die Skitourengänger gingen angeln und vice versa. Am Abend füllten sich die Strassen von Narvik mit SASlern, welche in verschiedene Richtungen unterwegs waren, um fast sämtliche Restaurants der Stadt zu belegen. Einige ließen es ruhig angehen und gingen nach Hause, um sich auf die Skirennen am nächsten Tag vorzubereiten und andere konnten dem Nachtleben nicht widerstehen und liessen die Party bis in die frühen Morgenstunden weitergehen.

Das Wetter in Narvik ändert sich schnell. Hatte es am Vorabend noch geregnet oder geschneit, konnte es am nächsten Tag schon wieder hell und sonnig werden. Am Samstag hatten wir wieder Glück und die Skirennen fanden unter perfekten Bedingungen statt. Bei 180 Teilnehmer im Riesenslalom war das ein Glücksfall! Nach einem Mittagessen in der Sonne organisierte der Narvik Slalom-Club unsere spezielle Langlaufstaffel mit Teams von 3 Personen, die zuerst zu dritt und dann zu zweit eine 2 km Runde liefen, um zum Schluss den oder die Stärkste alleine die letzte Runde laufen zu lassen. Rund um die Loipen versammelten sich zahlreiche Zuschauer, um die Läufer anzufeuern und eine echte "Holmenkollen-Stimmung" zu erzeugen. Bei der Organisation des Rennens hatten wir exzellente Hilfe vom Narvik Slalom-Club, der sich für die Alpinen Weltmeisterschaften 2027 beworben hat, ein Projekt, das sie uns am Freitagnachmittag im Hotel auch vorgestellt haben.

Nach den grossartigen Skirennen, sowohl traditionellen Riesenslalom als auch der neuartigen Langlaufstaffel, nutzten einige die Zeit, um ein paar Skischwünge in der Sonne zu geniessen, bevor sie sich auf das grosse Finale in der "Lokstallen"-Halle vorbereiteten. Den SASlern wurde wieder etwas Neues geboten, sowohl hinsichtlich des Ortes als auch der Musik; dies zeugt von der lokalen Qualität. Denn die Stadt Narvik wurde ursprünglich als Hafen für die Verschiffung von Eisen aus dem schwedischen Kiruna gegründet, und das Feiern in der grossen und rauen Eisenbahnwerkstatt brachte uns zum Ursprung der Existenz von Narvik.

Und dann war da noch die lokale Musik. Bei unserer Ankunft wurden wir von einer lokalen "Faschtnacht/Guggemusic"-Band begrüsst und in der riesigen Halle war eine grosse Band bereit, uns zu überraschen. Bereit war auch die Leadsängerin, ein 17-jährige samische Frau! Schon während des Entrées, als sie die melodische samische "Joik"-Musik anstimmte, gingen die Festlichkeiten bereits richtig los und die Leute standen auf, schwenkten die Tischlampen in der Luft und jubelten und schrien zu ihren Melodien. Doch das war nur der Anfang, denn es sollten noch mehrere Highlights. Jørgen Hals, der Kassierer des OK, zeigte sein Talent als Stand-up-Comedian, indem er die SASler vom norwegischen König, dem Premierminister und anderen Prominenten mit viel Humor begrüsste. Danach übernahmen Rachel Troye zusammen mit Renndirektor Alexander Arnesen und dem Ehrengast Rolf Ringdal die Preisverleihung. Die Gerüchte, dass es sich bei den Preisen um frischen Fisch handeln würde, erwiesen sich als falsch, und entsprechend glücklich waren die Gewinner. Preise wurden auch in einer Handicap-Kategorie à la Pentathlon vergeben und Karl Eggens beeindruckender 1. Rang in dieser Kategorie muss erwähnt werden. 

Nach dem Abendessen wurde getanzt, zuerst mit der Big Band, dann als heisse Disco. Die jungen und weniger jungen Leute tanzten überall, und irgendwann standen mindestens drei ehemalige Zentralpräsidenten auf der Bühne und rockten wild mit offenen Hemden wie in alten Zeiten. Nach den Feierlichkeiten in der "Lokstallen" ging die Party an verschiedenen Orten weiter. Im "Night Club Malmen" wurde noch eine halbe Stunde lang getanzt, NACHDEM die Musik aufgehört hatte und der DJ nach Hause gegangen war. Dann kam die örtliche Polizei und begleitete die glücklichen SASler freundlich nach Hause. 

Wie durch ein Wunder schafften es alle zum Frühstück aufzustehen, sich zum Abschied zu umarmen und mit den gecharterten "SAS-Flügen" sicher nach Hause zu kommen. 

Bevor sie einschliefen, hatten alle das Gefühl, in den letzten fünf Tagen in Narvik etwas Besonderes erlebt zu haben. Das grösste Ereignis in der bald 100-jährigen Geschichte unseres Clubs war auch ein grossartiges Ereignis und hat uns enger zusammengeschweisst und die Verbindung zwischen dem SAS in Norwegen und der Schweiz noch enger geknüpft!

"Heia SAS" und willkommen zurück in Norwegen! 

Pål Troye, Präsident SAS Norge

 

Norge-Suisse SAS Song