
Die Krähe zwischen dem SAS Bern und SAS Zürich
Es war wieder soweit! Die „Krähe“, das el-classico des Schweizer Fussballs zwischen dem SAS Bern und dem SAS Zürich, stand vor der Tür. Dieses Jahr trafen sich die Techniker aus Zürich und die Kampfwilligen aus Bern wieder im bernischen Einzugsgebiet, genauer gesagt, auf dem Sportplatz Bodenweid. Da die Zürcher in den letzten Jahren den Vorsprung der Berner in der Gesamtwertung verringerten, wollten sie heute den Anschluss an das Berner Team schaffen. Der Druck bei den Bernern war daher sichtlich zu spüren. Für die kämpferischen Berner gab es trotzdem nur ein Ziel: den Zürchern nichts zu schenken und den Vorsprung in der Gesamtwertung auszubauen. Wegen des starken Regens am Vormittag fiel das Spiel jedoch fast ins Wasser. Erst kurz vor 10 Uhr kam die Zusage vom Abwart und die Spieler konnten ihr Vorbereitungsritual starten. Um die Mittagszeit trafen sich die jungen und alten SAS Sportler/-innen beim Sportplatz. Bereits in der Umkleidekabine war zu spüren, dass das heutige Treffen mehr als ein gewöhnliches Spiel werden wird. Um etwa 14:30 Uhr war alles bereit für den Einmarsch vor den Corona konformen fünf Zuschauern.
Unter tobendem Applaus konnte der SAS Bern das erste Mal anspielen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass es nicht das letzte Mal sein würde. Im Gegensatz zum Zürcher Team waren bei den Hauptstädtern erfreulicherweise rekordverdächtige fünf Frauen im Aufgebot. Das Spiel war ab der ersten Sekunde heiss umkämpft. Die Spieler schenkten sich nichts und zeigten vollen Einsatz. Im Verlauf des Spiels zeichnete sich ein leichter Vorsprung für den SAS Zürich ab, da ihre Sturmspitze brillierte. Es schien fast so, als hätten sie vor dem Spiel noch eine Trainingspartie mit dem FC Zürich absolviert. Somit war es nicht erstaunlich, dass es bereits nach 25min 2:0 für den SAS Zürich stand. Die Berner liessen sich dadurch aber nicht verunsichern und kämpften weiter. Sie kamen auch zu ihren Chancen, jedoch fehlte immer der tödliche Pass und das letzte Quäntchen Glück. Man sah beinahe Parallelen zur Schweizer Nationalmannschaft. Bis zur Halbzeit konnten die Zürcher SASler noch zwei schöne Kombinationen mit einem Torerfolg feiern. Auf der anderen Seite gab es für das Traumduo M.Piazza und L.Brawand kein Durchkommen bei der Züricher Verteidigung. Wie jedes Jahr beim Krähen gab es auch dieses Jahr hitzige Diskussionen auf und neben dem Feld; so dass sich der Berner Goalie, alias el Presidente, lautstark bemerkbar machte.
Die Pause wurde genützt um in beiden Teams nochmals neue Taktiken und trickreiche Kombinationen auszutüfteln. Alle waren bereit, bei strahlendem Sonnenschein die zweite Halbzeit unter die Füsse zu nehmen. Durch den Rückstand war der SAS Bern gezwungen, sich offensiver zu platzieren, um endlich Tore zu erzielen. Sogar Verteidiger S.Wiggenhauser entdeckte den Luka Modrić in sich und stiess nach vorne. Leider blieb der Torerfolg aus und eine alte Weisheit schien sich einmal mehr zu bewahrheiten: Wer die Tore nicht macht, der bekommt sie...Die Berner probierten und probierten, jedoch nützte alles nichts, denn bei den Zürchern schien einfach alles zu klappen. Nach zwei herrlichen Kontern und zwei Sonntagsschüssen gewann der SAS Zürich mit 8:0. Die Berner Verlierer mussten sich eingestehen, dass sie in diesem Jahr unterlegen waren. Sie sind jedoch schon hungrig auf nächstes Jahr, denn sie wollen den Vorsprung in der Gesamtwertung von 31:30 nicht hergeben. Das obligate Sieges- und Teamfoto wurde geknipst und der Siegerpokal übergeben. Die geknickten Berner waren schon bald wieder guten Mutes, denn nach dem Spiel liess man den Abend gemeinsam ausklingen. Beim traditionellen Nachtessen wurden die Rivalitäten begraben und der gemeinsame SAS-Spirit lebte auf.
Julia Schmid und Nicola Müller, Kandidaten SAS Bern



